„Gemeinsam träumen – Liebe sei Tat“
Meditationen zum neuen Misereor-Hungertuch
„Zukunft ist WIR“ – zu diesem Motto des Hungertuchs 2025 haben die beiden Franziskaner Norbert Lammers und Helmut Schlegel (beide in Hofheim/Taunus) Gestaltungselemente für Gottesdienste, Jugendarbeit, Unterricht und Fastenimpulse ausgearbeitet, die wir in den folgenden fünf Wochen hier vorstellen werden. Die Gestaltungselemente können in freier und kreativer Weise verwendet werden. Sie ermöglichen, das Thema Liebe anhand der Visionen des Hungertuchs in fünf Themen zu entfalten und zum Tun anzuregen.

Fünf Wochen – Fünf Themen
Woche 1: Auf bewohnbarem Land leben (Ressource Erde)
Woche 2: Aus frischen Quellen schöpfen (Ressource Wasser)
Woche 3: Saubere Luft atmen (Ressource Luft)
Woche 4: Mit nachhaltiger Energie schaffen (Ressource Feuer)
Woche 5: Ein Dach überm Kopf haben (Ressource Geborgenheit)
Blick auf das Hungertuch: Mit nachhaltiger Energie schaffen
Das Motto dieser Woche lautet „Mit nachhaltiger Energie schaffen“, die Ressource Feuer steht im Mittelpunkt. Der Blick auf das Hungertuch inspiriert Bruder Helmut Schlegel zu diesen Gedanken:
Ich sehe kein Feuer auf diesem Bild, wohl sehe ich Bewegung und die Auswirkungen kraftvoller Energie. Mit der Kraft ihrer Hände bewegen die Kinder das Schlauchboot an der Wasseroberfläche. Mit seiner Körperkraft hebt der Junge am linken Bildrand den Wassereimer hoch. Der Storch ruht auf dem Zeltdach, aber er wird, wenn es Zeit ist, seine Flügel ausbreiten und sich mit eigener Energie in die Luft schwingen. Der Helikopter in der Luft ist ein Verbrenner und bewegt sich mit dem aus Erdöl gewonnenen Kraftstoff. Was sich im Zeltinneren abspielt, entzieht sich unseren Blicken. Wir sehen nicht, wo auf dem Hungertuch gekocht wird. Aber dafür wird vermutlich ein Feuer angemacht.
Vor vielen Jahrtausenden haben die Menschen die Nützlichkeit des Feuers entdeckt, heute ist ohne „Feuer“, ohne Energie menschliches Leben nicht denkbar. Im Feuer wird ein Brennstoff durch Hitze und Zufuhr von Sauerstoff in Wärme, also in Energie verwandelt. Gleichwohl wissen wir, dass wir durch die Energiegewinnung immer mehr Ressourcen verbrauchen und unsere Umwelt gefährden.
Lassen wir uns ein wenig Zeit, um zu schauen…
Meditationsimpuls
Als Meditationsimpuls formuliert Bruder Norbert Lammers folgende Gedanken:
Es hat etwas Eigenes
am Feuer sitzen
den Funkenflügen zusehen
das Knistern hören
Gedanken verstummen
Stille spricht
Verbundenheit wächst
Das Herd-Feuer oder die Feuerschale –
eine stille Botschaft,
die Menschen lesen und hören
auch ohne Worte
Es erinnert mich daran,
dass in jedem Menschen eine Sehnsucht lebt
tief im Inneren
Nehme ich Verbindung zu ihr auf,
gebe ich ihr einen Raum?
Es erinnert mich an eine biblische Frage:
„Brannte nicht unser Herz…?“
Das „innere Feuer“ hüten und pflegen –
es hat mit Lebendigkeit zu tun
mit Aufmerksamkeit
Was verbindet uns Menschen miteinander?
Wie lässt sich Leben und Lebendigkeit fördern,
Solidarität untereinander gestalten?
In uns liegt eine Kraft –
aus ihr können wir schöpfen,
wo wir miteinander teilen
die wertvollen Güter von „Mutter Erde“ –
alle sollen daran teilhaben
Wie das Feuer möchte ich sein
lebendig in meiner Leidenschaft
für Menschenwürde
brennend für neue Ideen und Perspektiven
für ein zukunftsfähiges Miteinander
glühend in meiner Liebe
zum göttlichen Ur-Grund und der Schöpfung
wärmend in den Erfahrungen menschlicher Kälte.
Weitere Gedanken zum Hungertuch, Exerzitien im Alltag, sowie Gestaltungselemente für Gottesdienste, Jugendarbeit, Unterricht gibt es bei Misereor sowie in diesem PDF.
Maximilian Feigl